Überschwemmungsrisiko – was Käufer darüber wissen sollten

Der Immobilienkäufer sollte den Begriff "Überschwemmungsrisiko" von zwei Seiten aus betrachten. Zum einen geht es um das Risiko einer Überschwemmung selbst, zum anderen um die finanzielle Absicherung mit einer dafür geeigneten Versicherung.
Feststeht, dass jede Überschwemmung mit viel Ärger und mit Kosten verbunden ist. Ganz unabhängig von der örtlichen Lage des Hauses ist eine Überschwemmung durch Starkregen möglich.
Die geeignete Versicherung zum finanziellen Schutz gegen Überschwemmung wegen Starkregen oder Hochwasser ist die Elementarschadenversicherung. Sie erweitert die bestehende Gebäudeversicherung um Risiken aus Naturschäden wie Starkregen, Hochwasser und Überschwemmung. Die Beitragshöhe richtet sich mit einem jährlich dreistelligen Eurobetrag nach dem Immobilienwert. Zu jedem Schadens-/Leistungsfall muss der Immobilienbesitzer einen Selbstbehalt im hohen drei- bis niedrigen vierstelligen Bereich leisten. Der Selbstbehalt ist in der Regel prozentual an den versicherten Wert des Gebäudes gekoppelt.

Egal ob nahe am Wasser oder weiter entfernt: Starkregen kann überall auftreten. Diese Situation macht den Abschluss einer Elementarschadenversicherung geradezu notwendig.
In Flussnähe kommt das Hochwasserrisiko hinzu, beispielsweise in den Tagen und Wochen der Schneeschmelze. Und auch Starkregen führt zusätzlich noch dazu, dass der Wasserpegel im Fluss deutlich steigt. Diese mehrfachen Risiken lassen sich oftmals nur schwer oder gar nicht versichern. Dem Versicherer ist das Risiko eines mehrfachen Leistungsfalles zu groß.
Eigentum; Überschwemmung; Starkregen
Im Gegensatz zur Kranken-, zur Pflege- oder zur Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Gebäude-, eine Hausrat- oder eine Elementarschadenversicherung eine freiwillige Versicherung ohne Kontrahierungs-, also ohne Annahmezwang.
Der Versicherer kann frei entscheiden, ob und wenn, zu welchen Kosten und unter welchen Voraussetzungen er einen Vertrag zum Schutz gegen Überschwemmung abschließt. Der Hauskäufer ist gut beraten, einerseits beim Verkäufer in Erfahrung zu bringen, ob der schon eine dementsprechende Versicherung abgeschlossen hat und wenn ja, bei welchem Versicherer.
Ist das nicht der Fall, dann sollte sich der potentielle Käufer frühzeitig vergewissern, ob sich die Immobilie in einer "kritischen Lage" gegen das Risiko Überschwemmung überhaupt versichern lässt. Letztendlich sollte vor dem Immobilienkauf auch die Historie des Gebäudes bekannt sein.
War es bereits in früheren Jahren und Jahrzehnten von Überschwemmungen betroffen; wenn ja wie oft, und durch welche Überschwemmungsart.