Der Energieausweis: Freund und Helfer beim Immobilienkauf

Ob Sie eine Immobilie kaufen sollten oder nicht, das hängt auch oft vom Energieverbrauch des Objekts ab. Zum Glück gibt es dafür den Energieausweis, der vor dem Erwerb eingesehen werden darf. Leider ist das Dokument nicht immer ganz leicht zu lesen. Wir helfen dabei:

Zunächst ist zwischen zwei Varianten zu unterscheiden: Der Bedarfsausweis zeigt auf, wie hoch der Energieverbrauch eines Hauses aufgrund seiner Bauweise sein sollte.
Zur Bauweise gehört u.a. die bestehende Technik oder die Beschaffenheit der Gebäudehülle. Der Verbrauchsausweis hingegen zeigt den tatsächlichen Verbrauch der letzten Jahre.Beide Dokumente haben jeweils fünf Seiten. Auf der ersten Seite können Sie in der Regel die allgemeinen Informationen über das Gebäude nachlesen. Außerdem steht hier, ob es sich um einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis handelt.
Energieausweis Immobilien-Blog
Auf den zwei folgenden Seiten können Sie auf einer Skala von grün bis rot ablesen, wie hoch der Energieverbrauch des Hauses ist. Grün steht dabei für moderne, effiziente Häuser, Rot für ältere, unsanierte Objekte. Bei neueren Ausweisen kommen außerdem die Effizienzklassen von A (modern, effizient) bis H (älter, unsaniert) hinzu.
Auf der Skala finden Sie immer zwei Werte: Beim Bedarfsausweis zeigt der Endenergiebedarf auf, wie viel Energie jährlich für Lüftung, Heizung und Warmwasser gebraucht werden. Der Primärenergiebedarf zeigt hingegen auf, welche Energiemenge aufgewendet werden muss, damit eine Gewisse Menge an Wärmeenergie im Haus erreicht wird.
Beim Verbrauchsausweis zeigt der Endenergieverbrauch auf, wie welche Energiemenge pro Quadratmeter in den letzten drei Jahren durchschnittlich genutzt wurde, um das Gebäude zu heizen. Der Primärenergiebedarf bezieht hierbei die Vorkette der benutzten Energieträger mit ein.
Somit können Sie mit dem Ausweis ganz einfach die zu erwartenden Heizkosten überschlagen: Multiplizieren Sie die Fläche der Wohnung mit dem Faktor 1,2. Bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung mit einem Energieverbrauchskennwert von 150 KWh ergibt sich somit die Rechnung: 50 x 1,2 x 150 = 9.000 KWh.
Das ist der zu erwartende Verbrauch in Kilowattstunden.